Pressemitteilung: Drohender Abriss wegen Inaktivität der Stadtverwaltung

Der Verein Kultur- und Initiativenhaus Greifswald schlägt Alarm. <!–more–>Seinen Informationen zufolge bereiten Dr. Douglas Fernando / Petruswerk und Teile der Stadtverwaltung in informellen Gesprächen einen Teilabriss des denkmalgeschützten Gebäudes vor. Dr. Fernando hat bereits Ende Juli dem Sender GTV gegenüber angekündigt, sich nunmehr um eine Eingrenzung des Denkmalschutzes bemühen zu wollen. Die Folge wäre der Abriss der Nr. 11. Der Verein fürchtet, dass der Rest des Gebäudes den kommenden Winter dann nicht mehr überstehen würde, zumal Dr. Fernando seit Erwerb des Gebäudes vor 21 Monaten nichts zum nachhaltigen Erhalt von dessen Substanz unternommen hat.

Der denkmalpflegerische Wert der Stralsunder Straße 10 / 11 liegt darin, dass es das letzte gänzlich erhaltene Gesellschaftshaus aus dem 19. Jahrhundert in Vorpommern ist. Für einen Großinvestror wie das Petruswerk dürfte es finanziell und technisch kein Problem darstellen, das Gebäude rechtzeitig vorläufig zu sichern und als ganzes zu erhalten.

„Die Verwaltung zieht es vor, mit Dr. Fernando nach haltbaren Begründungen für einen Teilabriss zu suchen, statt Möglichkeiten zur Rettung des Gebäudes auszuloten“, fasst Thomas Schmidt, Sprecher des Vereins die Situation aus seiner Sicht zusammen. „Verantwortlich dafür ist Bausenator Herr Arenskrieger“. Zuletzt habe man Arenskrieger im Mai darum gebeten, ein Gespräch aller Beteiligten zu arrangieren. Seitdem hat sich der Bausenator nicht mehr beim Verein gemeldet.

Seit August liegt dem Verein ein schriftliches Angebot Dr. Fernandos vor, die Stralsunder Straße 10 / 11 nach Sanierung durch das Petruswerk als Generalmieter anzumieten. Dies könnte eine Lösung im Konflikt um die Zukunft des Gebäudes eröffnen. Die Umsetzung seines Angebots macht Dr. Fernando in seinem Schreiben von den Vorgaben der Stadtverwaltung abhängig. Der Verein hat dort jedoch keinen Ansprechpartner, der sich um eine konstruktive Entwicklung bemühen würde. Er ist bereit, bis zu 3 Millionen Euro in ein Kultur- und Bürgerhaus entsprechend seinem Sanierungskonzept für die Stralsunder Straße 10 / 11 zu investieren und sucht dafür nun auch nach alternativen Standorten. Am 10.9.09 hat der Verein sein Finanzierungsmodell gemeinsam mit der GLS-Bank und der Stiftung Nord-Süd-Brücken öffentlich vorgestellt. Auf die Einladung zu dieser Veranstaltung hat niemand der zuständigen Personen aus der Stadtverwaltung auch nur reagiert. Der Verein hat sich daher jetzt mit der Bitte um Klärung der Situation an Oberbürgermeister Dr. König gewandt.