Eindrücke aus dem Workshop zum Thema Fachwerkwände Ausmauern 24./25. März 2017

Vom 24.03.2017.

Dieser Workshop war der erste in der Reihe unseren Neulandgewinner*in-Projektes zusammen.halt.bauen.

Unter fachkundiger Anleitung von Jannis aus einem Berliner Baukollektiv haben 20 Workshop-Teilnehmer*innen beim besten Frühlingswetter gelernt wie man mit Lehmsteinen Fachwerk ausmauert.

Wie so oft war die wesentlichste Erkenntnis, dass Vorbereitung die halbe Miete ist .

Zum Programm gehörte:

  • Freude
  • Materialkunde
  • Vorbereitung des Arbeitsplatzes
  • Lehmmörtel mischen und Konsistenz prüfen
  • Lehmsteine mauern und Gefacheinteilung

Die Workshop-Teilnehmer*innen waren begeistert. Wir auch denn das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen.

 

Nadja, unsere Neulandgewinnerin packt beim Mörtelmischen an.

Bei der Gefacheinteilung geht es genau zu.

und immer wieder lockte eine Pause mit Verpflegung …

eher gemeinsam weiter gearbeitet wurde.

Reihe für Reihe wird das Gefache zugemauert …

bis oben hin!

 

 

Juchu! STRAZE als Projekt des Nationalen Städtebaus ausgewählt

Vom 03.03.2017.

Wir feiern gerade richtig: Das Expertenteam des Nationalen Städtebaus hat heute bekannt gegeben, wer 2017 zu den Gewinnern gehört. Wir sind dabei! Die 900.000 Euro Förderung  bringen uns einen Riesenschritt voran. Das heißt, dass unser aus vielen verschiedenen Bausteinen bestehendes Finanzprojekt Stück für Stück aufgeht. WOW.

Ganz herzlichen Dank an die Stadt, an die Verwaltung und den Oberbürgermeister, die unser Projekt schon zum zweiten Mal (2016 wurde unser erster NPS-Antrag abgelehnt) engagiert begleitet und unterstützt und für uns den Förderantrag eingebracht haben. Und ein großes Dankeschön an die Bürgerschaft: Die hatte nämlich im November mit nur fünf Gegenstimmen und einer Enthaltung beschlossen, uns ein zweites Mal ins Rennen zu schicken!

STRAZE ist Neulandgewinnerin

Vom 02.03.2017.

Die STRAZE ist mit ihrem Projekt „zusammen.halt.bauen“ eine von über 50 Neulandgewinner*innen, eines Programms der Robert Bosch Stiftung, das lokale Initiativen in Ostdeutschland nunmehr in der dritten Runde fördert. Die STRAZE hat 44.500 € Unterstützung zugesagt bekommen, mit der die Bildungsarbeit im Haus angeschoben wird.

Ein Interview mit Nadja Tegtmeyer von der STRAZE, die das Projekt koordiniert.

Nadja, womit gewinnt ihr „Neuland“?
Wir planen für 2017 und 2018 jeweils sieben Workshops, in denen wir mit interessierten Leuten Techniken ausprobieren wollen, um ökologisch zu bauen. Da geht es z.B. um Lehmputz, ökologische Wandfarben, Dämmung, Holzfußböden, den Bau von Solarduschen oder Strohballenhäusern.

Ist das für Vorpommern etwas Ungewöhnliches?
Mein Eindruck ist, dass insgesamt nur wenige Leute wissen, welche Möglichkeiten es gibt, ökologisch zu bauen. Und dass es große Vorurteile gibt, dass es viel teurer ist, zum Beispiel. Es gibt nur vereinzelt mal Kurse oder Workshops zu diesen Themen hier in der Gegend. Insgesamt ist das Thema sehr unterrepräsentiert, v.a. auch in der Altbausanierung.

Wir möchten mit der Sanierung der STRAZE aufzeigen welche Möglichkeiten es gibt und Leute ermutigen sich ökologischen Baustoffen zu öffnen und Erfahrungen in unseren Workshops zu sammeln. Die Teilnehmer*innen haben außerdem die Möglichkeit eigene handwerkliche Fähigkeiten zu entdecken oder zu erweitern.

Warum sollten Leute da mitmachen wollen?
Zum einen denken wir, dass es viele Leute gibt, die Interesse daran haben sich Handwerkstechniken anzueignen, mit denen sie sonst in ihrem Alltag nicht viel Berührung haben und sich somit auch ein Stück Autarkie erobern. Zum anderen ist es eine gute Möglichkeit etwas Neues zu lernen, Vor- und Nachteile des ökologischen Bauens zu entdecken und dabei gleichzeitig die STRAZE zu unterstützen.

Was ist denn der Vorteil an ökologischen Bauweisen?
Der wichtigste Vorteil liegt auf der Hand: beim Bauen mit ökologischen Baustoffen wird die Umwelt insgesamt weniger belastet. Für viele spielt auch eine Rolle, dass ökologische Bauten ein besonders angenehmes Raumklima haben. Und man hat hinterher weniger Schadstoffe in seinen Wohn- und Arbeitsräumen.

Auch die Verarbeitung der Materialien ist oftmals angenehmer und weniger gesundheitsbelastend.

Mit einem guten Energiekonzept lässt sich eine Menge Geld sparen.

Was entsteht während der Workshops?
Innerhalb unserer Bildungsangebote ist uns u.a. wichtig, dass etwas Bleibendes entsteht und nicht am Ende Dinge wieder rückgebaut werden müssen. Bei der Grundsanierung eines großen Hauses gibt es unendlich viele Baumaßnahmen, die sich auch für Workshops eignen. Wir wählen die spannnensten und sinnvollsten aus und setzen sie als Workshops im Projekt um.

Das heißt, wir verbinden z.B. das Streichen der Wände mit einem Workshop zu ökologischen Wandfarben. Für uns sind die Workshops aber auch noch aus einem anderen Grund wichtig.

Welchem?
Zusammen etwas Bleibendes aufzubauen schafft auch ein stärkeres Teamgefühl. Wir sehen die Workshops als verbindendes Element, das Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Herkünften zusammenbringt. Wir können uns austauschen über verschiedene Bauweisen und Erfahrungen in verschiedenen Teilen der Erde und so auch viel voneinander lernen. Freundschaften entstehen. zusammen.halt.bauen heißt unser Projekt und steht eigentlich genau für das. Wir möchten einen Zusammenhalt schaffen innerhalb der Gesellschaft und denken, dass gemeinsames Bauen dafür eine gute Grundlage bietet.

Wie soll es dann nach der 2-jährigen Förderzeit mit dem Projekt weitergehen?
Einer unserer Arbeitsbereiche innerhalb des STRAZE-Projektes ist und wird auch in Zukunft Bildungsarbeit sein. Neben dem Bildungsprojekt verquer., das v.a. themenbezogene Projekttage an Schulen durchführt, soll es auch ein übergreifendes Werkstätten-Bildungsangebot geben. Neben einer Holzwerkstatt wird es eine Näh- und eine Druckwerkstatt geben. Wir wollen die nächsten beiden Jahre nutzen, um in diesem Bereich ein nachhaltiges Bildungskonzept zu entwickeln. Die Workshops sind für uns eine tolle Möglichkeit, diese Art der Bildungsarbeit auszuprobieren, Methoden zu lernen und auszuwerten und so Erfahrungen für die Bildungsarbeit in den Werkstätten zu sammeln.

Dabei ist uns auch eine Vernetzung ins Umland zu befreundeten Partnerprojekten wichtig, mit denen wir auch zusammen Workshops außerhalb von Greifswald durchführen möchten und mit denen wir im Austausch sind, um voneinander zu lernen. Zum Beispiel der Demokratiebahnhof in Anklam oder das Landkombinat Gatschow.

Wir bei FSK-Radio

Vom 22.02.2017.

Wir waren im Radio!

Nagut, Kat war es und hat aus dem STRAZE-Nähkästchen geplaudert.

Hört selbst!

 

„Wir scharren schon mit den Hufen“ – STRAZE – Initiativentreffen

Vom 23.01.2017.

Immer mal wieder fragen wir uns, ob das ganze Haus am Ende überhaupt gebraucht wird. Und sind uns nach diesem Abend noch mal sicherer: Und ob! 

Ein Bandprobenraum! Ein Reparaturcafé! Am 19. Januar haben sich Leute von 23 Greifswalder Initiativen vom ADFC bis zum Weltladen mit uns getroffen, sich über den aktuellen Stand der Dinge informiert und ihre Ideen eingebracht. Obwohl wir von Anfang an versucht haben, in Kommunikation zu sein, hat sich noch einiges Neues ergeben – für beide Seiten. Über einen Bandprobenraum hatten wir zwar immer schon mal gesprochen, gehört WiE dringend einer gesucht ist, noch nicht.

Erst gab es eine Hausführung, danach Suppe, die uns die foodconnection gekocht hatte. Und dann, bei Glühwein, Tee und Apfelsaft trafen wir uns im Heineschuppen, um an vier Tischen vorzustellen, was in der STRAZE gerade passiert. Da ging es um die Finanzierung, Fragen nach den Laufzeiten der Kredite, Eigenanteile, Darlehen und Leih- und Schenkgemeinschaften. Um den Bau und die Möglichkeiten mitzumachen. Ideen für den Betrieb und die Planung. Und die Frage der Fragen „Wie halten wir den Kontakt?“

Für uns war es grandios zu sehen, wie viele Ideen es gibt, wie viele Gruppen sich in Zukunft in der STRAZE sehen. Immer mal wieder fragen wir uns, ob das ganze Haus am Ende überhaupt gebraucht wird. Und sind uns nach diesem Abend noch mal sicherer: Und ob! „Wir scharren schon mit den Hufen“, sagte zum Beispiel Peter vom Filmclub Casablanca, „Zu uns passt das Initiativenhaus einfach total gut, abgesehen davon, dass wir uns darauf freuen, endlich mal ein richtiges „Zuhause“ zu haben, auch unser Film-Abspielgerät nicht mehr dauernd herumschleppen zu müssen.

Bei den Diskussionen kamen auch grundsätzliche Fragen auf: Wie könnnen wir langfristig gut zusammen arbeiten, wenn eine Gruppe hauptsächlich aus Studenten besteht und dadurch die Ansprechpartner ständig wechseln? Wie können wir in die Planungen einsteigen, regelmäßigen Kontakt halten? „Ich fand das ein sehr gutes Format, habe mich über altbekannte, aber auch neue Gesichter gefreut und denke, dass viele Leute jetzt wieder einen Anknüpfungspunkt an die STRAZE haben“, sagte Anja von der STRAZE-Gruppe. „Wir haben mit vielen Gruppen vereinbart, dass wir sie quasi „Zuhause“ besuchen kommen, um die STRAZE mal der gesamten Gruppe vorzustellen.“

Wir freuen uns sehr auf die gruppeninternen Baufreitage in den nächsten Wochen! Und hoffen, dass einige der guten Ideen, wie wir die STRAZE gemeinsam schon jetzt nutzen können, ganz schnell umgesetzt werden. Open-Air-Kino, zum Beispiel.

Afghanistan – nicht sicher

Vom 16.01.2017.

16 Mahnwachen fanden am 14. Januar statt – quer durch MV. Das sind 16 deutliche und gemeinsam ein großes Signal: Keine Abschiebungen nach Afghanistan! Afghanistan ist nicht sicher.

In Szczecin kamen wir, deutsche und polnische Unterstützer*innen zusammen. So waren wir ein Teil der Mahnwachen in Szczecin um den Anlass zu nutzen, ein klares Bekenntnis gegen Abschiebungen zusetzen, zudem nutzten wir auch die Zeit neben den Planungen rund um die STRAZE, um Überlegungen für die Zukunft anzustellen. Thema war auch die aktuelle politische Situation in Polen, die das Land immer undemokratischer werden lässt. Hier ist gegenseitige Unterstützung und gemeinsames handeln gefragt!

Weitere Berichte zu den Mahnwachen in Mecklenburg-Vorpommern des Netzwerk „Afghanistan – nicht sicher – امن نیست“.

 

STRAZE, Jahresrückblick 2016

Vom 09.01.2017.

 2016 ist rund um die STRAZE viel passiert. Wir bauen jetzt! Und sind sowohl beim Bauen, der Finanzierung und in unserer inhaltlichen Arbeit große Schritte voran gekommen.


BAUEN

Pünktlich zu unserer Gesellenbaustelle und nachdem wir die Bauplanung im Frühjahr endgültig abgeschlossen hatten, trudelte Ende Juli die Teilbaugenehmigung bei uns ein. Das war der Startschuss für einen heißen Bausommer. Bis zu 100 Gesellen arbeiteten sechs lange Wochen an Dachstuhl, Decken, Wänden und Türen. Sie tauschten Deckenbalken aus, wo dies nötig war. Selbst geschmiedete Maueranker wurden eingesetzt, um die Deckenbalken mit den Außenwänden zu verbinden. Altes verrottetes Fachwerk wurde aus den Wänden geholt, um durch Mauersteine ersetzt zu werden. Im Treppenhaus der Nummer 10 ist sogar eine Wand zum Teil ganz ausgetauscht worden. Auf dem Grundstück ist ein Lehmbackofen nebst dazugehörigem Fachwerkbackhaus entstanden. Seit dem ist schon das ein oder andere Brot oder auch Pizza gebacken worden. Mehrere historische Türen wurden überarbeitet und für die Haupteingangstür gar eine ganz neue Pforte gebaut. Es war so voll und trubelig auf unserem sonst oft eher verschlafenen STRAZE-Grundstück, dass wir zuweilen drohten den Überblick zu verlieren. Aber: Immer wenn wir aus dem Chaos auftauchten, war zu sehen: WOW, es ist vorangegangen!  Die Zeit der Gesellenbaustelle war nicht nur arbeitsintensiv, sondern auch sehr, nun ja, gesellig. Die Abende waren Feierabende – im wahrsten Sinne des Wortes.

Seit dem Sommer arbeiten verschiedene Baukollektive und Baufirmen in enger Abstimmung mit uns und dem Architektenbüro an Dachstuhl und Konstruktion. Hier wurden auch Balken ausgetauscht und allem mehr Halt gegeben. Zwei große Gauben wurden im Dachgeschoss neu aufgebaut. Dort wo der Dachstuhl bereits ertüchtigt wurde, arbeitet eine Dachdeckerfirma daran, das Haus neu einzudecken. Dafür wurden die alten Ziegel und die alte Lattung heruntergenommen und durch eine Dämmschicht aus ökologischen Holzfaserplatten und eine neue Lattung ersetzt. Die Deckung mit neuen Biberschwänzen erfolgt dann in diesem Jahr. Auch das Dach des Turms wurde neu gebaut, nachdem hier zunächst die Wände ertüchtigt werden mussten. 

Zwei Maurerfirmen haben bis zum Jahresende vollendet, was durch die Gesellen während der Sommerbaustelle bereits begonnen wurde und im Obergeschoss der Nr. 11 sowie im Turm sämtliche Holzbalken des alten Fachwerks aus den Wänden genommen und durch Ziegel ersetzt. Auch ein Ringanker wurde jeweils auf die Mauer des Erd- sowie Obergeschosses gesetzt. Im gleichen Zuge wurden die ursprünglichen Fensteröffnungen wiederhergestellt. Nachdem mir mit vielen helfenden Händen über mehrere Wochen den alten Boden aus dem Saal entfernt und auf ungefähr 70 cm ausgehoben haben, wurde zum Jahresende hin eine stahlbewehrte Bodenplatte gegossen, die zuvor nach unten hin mit einer Schicht Schaumglasschotter isoliert wurde. Den Kampf gegen den Hausschwamm hat eine spezielle Firma aufgenommen und injiziert in viele viele gebohrte Löcher ein Imprägnierung gegen den Schwamm.

Wir selbst bauen auch: Fast jeder Freitag in diesem Jahr war ein besonderer – Baufreitag! Das Konzept: alle, die Lust und Zeit haben, kommen zum gemeinsamen Racken ins Haus. Ha, Fitness-Studio gespart!


FINANZEN und STRUKTUR

Auch was die Finanzen betrifft haben wir einige Meilensteine erreicht. Das Neuland Programm der Bosch-Stiftung fördert den Aufbau unserer Bildungsarbeit mit insgesamt 50.000 Euro. Und die Bundesregierung unterstützt uns mit 425.000 Euro aus ihrem Denkmalschutzprogramm.

Bereits 2015 hatte uns das Bundesfamilienministerium 200.000 Euro für barrierefreies Wohnen zugesagt – Anfang September hat Manuela Schwesig, Ministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend uns in der STRAZE einen Besuch abgestattet, um sich persönlich einen Eindruck von dem Projekt zu verschaffen.

Seit Juni sind wir offiziell Mitglied im Mietshäusersyndikat – damit die STRAZE auch auf lange Sicht ein öffentlicher Ort bleibt, der dem Gemeinwohl dient – und nicht mehr Teil der Privatwirtschaft werden kann.


WIR und IHR

Zum dritten Mal haben wir uns an der bundesweiten Aktion des Tags des offenen Denkmals beteiligt. In diesem Jahr zum Thema „Gemeinsam Denkmale erhalten“ – natürlich fiel uns dazu eine Menge ein, das war schließlich genau unser Thema!

Bei vier großen Subbotniks – unseren traditionellen Arbeitseinsätzen für alle am Samstag – haben viele Greifswalder Schweiß gelassen. Egal ob Januar, Mai, Oktober oder November: Wände wurden eingehauen, Böden hoch genommen, Schutt weggetragen und durch Schuttrutschen gejagt. Dabei wurden immer mal wieder Papier- und Zeitungsschnipsel aus vergangenen Zeiten gefunden, die wir archiviert haben, damit sie später nochmal richtig zur Geltung kommen können.

Im Mai hatten wir eine Idee, die uns viele neue Freunde und schöne Nachmittage bescherte. Beim AKTIONsmittwoch (jeder 1. Mittwoch im Monat, im Sommer auch noch jeder 3.) stand so einiges auf dem Programm: Hochbeet bauen, Rollrucksäcke zusammen mit der Kabutze nähen, eine Tee-Tipp-Veranstaltung mit Turbina Pomerania, STRAZElade und Gemeinschaftskompott einkochen und weihnachtliche Gemütlichkeit am Lagerfeuer mit Musik und Punsch. Schön! Damit geht’s auf jeden Fall weiter in 2017!


BILDUNG

Auch 2016 haben viele engagierte Leute bei verquer Bildungsarbeit zu Themen globaler Gerechtigkeit gemacht, die Freiwilligendienstinitiative Pomerania hat sich als Träger weiter etabliert. Mittlerweile werden 14 Menschen von Pomerania betreut, die in Einsatzstellen in der Region ihren Freiwilligendienst leisten. Fünf von ihnen sind direkt bei uns aktiv.  Darunter sind auch Geflüchtete, sowie bereits die zweite Person, die in Kooperation mit unserer polnischen Partnerorganisation „Polites“ aus Polen nach Greifswald gekommen ist. Die von uns in Greifwald koordinierten Entwicklungspolitischen Tage 2016 hatten das leider sehr aktuelle Thema „Krieg und Frieden“ und 24 Veranstaltungen in Greifswald haben aufgerüttelt, nachdenklich gemacht und mobilisiert.


 STADT UND LAND

Mitgenommen hat uns die Landtagswahl Anfang September. Gerade in Vorpommern, rund um Greifswal,d hat die AfD Direktmandate gewonnen. Wir wollen uns weiter für eine offene, demokratische Gesellschaft einsetzen. Und mehr Menschen für unsere Art mit Unzufriedenheit und Ängsten umzugehen gewinnen: Zivilgesellschaftliches Engagement! Nicht zuletzt dafür soll die STRAZE der Ort sein.

Für uns besonders schön: Im November hat sich die Bürgerschaft mit nur fünf Gegenstimmen dafür ausgesprochen, die STRAZE ein zweites Mal ins Rennen für einen Antrag für das Programm des Nationale Projekte des Städtebaus zu schicken – wir sind dankbar für das Vertrauen und die Unterstützung!

„Chat der Welten“: Teilnehmende gesucht für 2017!

Vom 29.11.2016.

Miteinander lernen, Perspektivwechsel erfahren und durch gemeinsames Engagement bewegen.

Besser verstehen lernen, wie die Welt zusammenhängt?
Lust auf internationalen Austausch und gemeinsames Engagement?

Das ASA-Programm fördert junge Menschen, die globale Zusammenhänge erkennen und verändern
möchten.

In Greifswald gibt es ein ASA-Projekt mit der Partnerstadt Pommerode in Brasilien. Jeweils zwei Teilnehmende aus Brasilien und Deutschland gestalten zusammen über einen Zeitraum von sechs Monaten Unterricht an Schulen in Deutschland, Brasilien und Polen zu verschiedenen globalen
Themen. Schwerpunkt des ASA-Projekt in 2017 sind Migration und Flucht im Spiegel der Zeit.

Interesse?

Die Projektbeschreibung
https://asa.engagement-global.de/projektfinder-projektdetails.html?id=0721&tp=&dr=&pr=&ct=&lg=215

Alles wissenswerte über das ASA-Programm https://asa.engagement-global.de

„Die sollen einfach zum Kämpfen in die Wüste gehen“

Vom 27.11.2016.

Greifswald. Kinder sagen ja bekanntlich, was sie denken. „Bist du auch ein Flüchtling?“ fragen sie Asmaa Aboukhaled, 16 Jahre alt, die ihnen zusammen mit Laura Armborst von der Bildungsinitiative verquer in der Greifswalder Stadtbibliothek das Buch „Bestimmt wird alles gut“ vorgelesen hatte. „Bist du in Syrien auch in die Schule gegangen?“, „Hast du auch Bomben gesehen?“, „Warum trägst du ein Kopftuch?“bestimmt-wird-alles-gutDie Geschichte von Kirsten Boie erzählt die Geschichte einer Familie, die vor dem syrischen Krieg nach Deutschland flieht – aus Sicht eines 10 Jahre alten Mädchens. Dass die Geschichte von Krieg und Bomben, tagelanger Bootsfahrt auf dem Mittelmeer, vom Ankommen ohne Ausweis und Papiere, von Aufnahmelager und Erstunterkunft nicht erfunden, sondern real ist, verstanden die Kinder schnell – dafür war Asmaa Aboukhaleds Anwesenheit der Beweis.

Die 7-12 Jahre alten Schüler*innen der Kollwitz-, der Greif- und Pestalozzischule, der Martin- und Montessorischule kamen zu den insgesamt vier Lesungen, stellten Fragen und überlegten gemeinsam, was sie in einen Rucksack packen müssten, wenn sie überstürzt das Land verlassen müssten. Viele würden ihre Kuschel- und Haustiere einpacken und hörten aufmerksam zu, als Asmaa Aboukhale von ihrer Katze erzählte, die sie in der Obhut ihrer Familie in Damaskus lassen musste.

„Ich fand es toll zu sehen, wie konzentriert die Kinder zugehört haben, wie sie an den spannenden Stellen mitgefiebert haben“, sagt Laura Armborst. Der Text wurde von animierten Bildern illustriert, die an die Wand geworfen wurden.

„Ich denke, dass die Kinder nun vielleicht ein bisschen verstehen können, dass es ihnen sehr gut geht. Dass sie hier im Frieden leben“, sagt Asmaa Aboukhaled. „Ich habe mich sehr gefreut, dass sie so offen sind und ihre Fragen einfach stellen. Die haben keine Angst, dass sie etwas falsches sagen könnten. Das ist bei Erwachsenen oft anders.“

Unter den Fragen waren auch solche, auf die es keine ausreichenden Antworten gibt: „Warum gibt es Krieg in Syrien?“ Asmaa Aboukhaled konnte zwar erklären, wie es zu dem Krieg kommen konnte, wer da gegen wen kämpft. „Aber es ist schon schwierig zu erklären, was man selbst nicht versteht“, sagte Laura Armborst: „Wieso dort so viele Menschen sterben müssen.“ Einen Lösungsvorschlag hatte ein Junge am Ende selbst geliefert: „Die sollen einfach in die Wüste gehen und da kämpfen!“ ruft er.

Die Lesungen fanden im Rahmen der Entwicklungspolitischen Tage 2016 statt und waren eine Kooperation der Stadtbibliothek mit der Bildungsinitiative Verquer.

Krieg_Frieden ist das Motto der 16. Entwicklungspolitischen Tage, einem Gemeinschaftswerk von 52 Initiativen in ganz Mecklenburg- Vorpommern. Vom 1. bis 22. November geht es in diesem Jahr um die Kriege in der Welt. Und um die Suche nach Frieden. 84 Veranstaltungen an 17 Orten eröffnen Zugänge zu komplexen, globalen Fragen. Was können wir ausrichten? Hier? Und weltweit? Die Entwicklungspolitischen Tage wollen helfen, Wege aus der Ohnmacht zu finden und Mut machen, sich einzumischen. Sie sind eine der größten Veranstaltungsreihen in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern koordiniert die Veranstaltungsreihe. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Kirchliche Entwicklungsdienst der Nordkirche, das Land Mecklenburg-Vorpommern, die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung und die Stiftung Nord-Süd-Brücken finanzieren die Entwicklungspolitischen Tage 2016.

Mehr unter: www.eine-welt-mv.de/ep-tage-2016/

Bild: Laura Armborst und Asmaa Aboukhaled (c) verquer

 

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Unterstützung aus der Bürgerschaft

Vom 11.11.2016.

Gestern gab es zwei gute Nachrichten an einem Tag:
Aus dem Denkmalschutzprogramm der Bundesregierung fließen 425.000 Euro an die STRAZE. Großer Grund zum Feiern.

UND:

Die Bürgerschaft der Stadt hat sich bei 36 Anwesenden  mit nur fünf Gegenstimmen dafür ausgesprochen einen Antrag der STRAZE beim Bundesprogramm Nationale Projekte des Städtebaus zu unterstützen.

Thomas Schmidt, Sprecher unseres Projektes, dazu: „Dass die Stadt unser Projekt erneut beim Förderwettbewerb NPS ins Rennen schickt, ist eine wertvolle Anerkennung der vielfältigen zivilgesellschaftlichen Arbeit, die mit der STRAZE verbunden ist.“

Wir freuen uns sehr – Vielen Dank für das Vertrauen und die Unterstützung!