„Wir scharren schon mit den Hufen“ – STRAZE – Initiativentreffen

Vom 23.01.2017.

Immer mal wieder fragen wir uns, ob das ganze Haus am Ende überhaupt gebraucht wird. Und sind uns nach diesem Abend noch mal sicherer: Und ob! 

Ein Bandprobenraum! Ein Reparaturcafé! Am 19. Januar haben sich Leute von 23 Greifswalder Initiativen vom ADFC bis zum Weltladen mit uns getroffen, sich über den aktuellen Stand der Dinge informiert und ihre Ideen eingebracht. Obwohl wir von Anfang an versucht haben, in Kommunikation zu sein, hat sich noch einiges Neues ergeben – für beide Seiten. Über einen Bandprobenraum hatten wir zwar immer schon mal gesprochen, gehört WiE dringend einer gesucht ist, noch nicht.

Erst gab es eine Hausführung, danach Suppe, die uns die foodconnection gekocht hatte. Und dann, bei Glühwein, Tee und Apfelsaft trafen wir uns im Heineschuppen, um an vier Tischen vorzustellen, was in der STRAZE gerade passiert. Da ging es um die Finanzierung, Fragen nach den Laufzeiten der Kredite, Eigenanteile, Darlehen und Leih- und Schenkgemeinschaften. Um den Bau und die Möglichkeiten mitzumachen. Ideen für den Betrieb und die Planung. Und die Frage der Fragen „Wie halten wir den Kontakt?“

Für uns war es grandios zu sehen, wie viele Ideen es gibt, wie viele Gruppen sich in Zukunft in der STRAZE sehen. Immer mal wieder fragen wir uns, ob das ganze Haus am Ende überhaupt gebraucht wird. Und sind uns nach diesem Abend noch mal sicherer: Und ob! „Wir scharren schon mit den Hufen“, sagte zum Beispiel Peter vom Filmclub Casablanca, „Zu uns passt das Initiativenhaus einfach total gut, abgesehen davon, dass wir uns darauf freuen, endlich mal ein richtiges „Zuhause“ zu haben, auch unser Film-Abspielgerät nicht mehr dauernd herumschleppen zu müssen.

Bei den Diskussionen kamen auch grundsätzliche Fragen auf: Wie könnnen wir langfristig gut zusammen arbeiten, wenn eine Gruppe hauptsächlich aus Studenten besteht und dadurch die Ansprechpartner ständig wechseln? Wie können wir in die Planungen einsteigen, regelmäßigen Kontakt halten? „Ich fand das ein sehr gutes Format, habe mich über altbekannte, aber auch neue Gesichter gefreut und denke, dass viele Leute jetzt wieder einen Anknüpfungspunkt an die STRAZE haben“, sagte Anja von der STRAZE-Gruppe. „Wir haben mit vielen Gruppen vereinbart, dass wir sie quasi „Zuhause“ besuchen kommen, um die STRAZE mal der gesamten Gruppe vorzustellen.“

Wir freuen uns sehr auf die gruppeninternen Baufreitage in den nächsten Wochen! Und hoffen, dass einige der guten Ideen, wie wir die STRAZE gemeinsam schon jetzt nutzen können, ganz schnell umgesetzt werden. Open-Air-Kino, zum Beispiel.

Afghanistan – nicht sicher

Vom 16.01.2017.

16 Mahnwachen fanden am 14. Januar statt – quer durch MV. Das sind 16 deutliche und gemeinsam ein großes Signal: Keine Abschiebungen nach Afghanistan! Afghanistan ist nicht sicher.

In Szczecin kamen wir, deutsche und polnische Unterstützer*innen zusammen. So waren wir ein Teil der Mahnwachen in Szczecin um den Anlass zu nutzen, ein klares Bekenntnis gegen Abschiebungen zusetzen, zudem nutzten wir auch die Zeit neben den Planungen rund um die STRAZE, um Überlegungen für die Zukunft anzustellen. Thema war auch die aktuelle politische Situation in Polen, die das Land immer undemokratischer werden lässt. Hier ist gegenseitige Unterstützung und gemeinsames handeln gefragt!

Weitere Berichte zu den Mahnwachen in Mecklenburg-Vorpommern des Netzwerk „Afghanistan – nicht sicher – امن نیست“.

 

STRAZE, Jahresrückblick 2016

Vom 09.01.2017.

 2016 ist rund um die STRAZE viel passiert. Wir bauen jetzt! Und sind sowohl beim Bauen, der Finanzierung und in unserer inhaltlichen Arbeit große Schritte voran gekommen.


BAUEN

Pünktlich zu unserer Gesellenbaustelle und nachdem wir die Bauplanung im Frühjahr endgültig abgeschlossen hatten, trudelte Ende Juli die Teilbaugenehmigung bei uns ein. Das war der Startschuss für einen heißen Bausommer. Bis zu 100 Gesellen arbeiteten sechs lange Wochen an Dachstuhl, Decken, Wänden und Türen. Sie tauschten Deckenbalken aus, wo dies nötig war. Selbst geschmiedete Maueranker wurden eingesetzt, um die Deckenbalken mit den Außenwänden zu verbinden. Altes verrottetes Fachwerk wurde aus den Wänden geholt, um durch Mauersteine ersetzt zu werden. Im Treppenhaus der Nummer 10 ist sogar eine Wand zum Teil ganz ausgetauscht worden. Auf dem Grundstück ist ein Lehmbackofen nebst dazugehörigem Fachwerkbackhaus entstanden. Seit dem ist schon das ein oder andere Brot oder auch Pizza gebacken worden. Mehrere historische Türen wurden überarbeitet und für die Haupteingangstür gar eine ganz neue Pforte gebaut. Es war so voll und trubelig auf unserem sonst oft eher verschlafenen STRAZE-Grundstück, dass wir zuweilen drohten den Überblick zu verlieren. Aber: Immer wenn wir aus dem Chaos auftauchten, war zu sehen: WOW, es ist vorangegangen!  Die Zeit der Gesellenbaustelle war nicht nur arbeitsintensiv, sondern auch sehr, nun ja, gesellig. Die Abende waren Feierabende – im wahrsten Sinne des Wortes.

Seit dem Sommer arbeiten verschiedene Baukollektive und Baufirmen in enger Abstimmung mit uns und dem Architektenbüro an Dachstuhl und Konstruktion. Hier wurden auch Balken ausgetauscht und allem mehr Halt gegeben. Zwei große Gauben wurden im Dachgeschoss neu aufgebaut. Dort wo der Dachstuhl bereits ertüchtigt wurde, arbeitet eine Dachdeckerfirma daran, das Haus neu einzudecken. Dafür wurden die alten Ziegel und die alte Lattung heruntergenommen und durch eine Dämmschicht aus ökologischen Holzfaserplatten und eine neue Lattung ersetzt. Die Deckung mit neuen Biberschwänzen erfolgt dann in diesem Jahr. Auch das Dach des Turms wurde neu gebaut, nachdem hier zunächst die Wände ertüchtigt werden mussten. 

Zwei Maurerfirmen haben bis zum Jahresende vollendet, was durch die Gesellen während der Sommerbaustelle bereits begonnen wurde und im Obergeschoss der Nr. 11 sowie im Turm sämtliche Holzbalken des alten Fachwerks aus den Wänden genommen und durch Ziegel ersetzt. Auch ein Ringanker wurde jeweils auf die Mauer des Erd- sowie Obergeschosses gesetzt. Im gleichen Zuge wurden die ursprünglichen Fensteröffnungen wiederhergestellt. Nachdem mir mit vielen helfenden Händen über mehrere Wochen den alten Boden aus dem Saal entfernt und auf ungefähr 70 cm ausgehoben haben, wurde zum Jahresende hin eine stahlbewehrte Bodenplatte gegossen, die zuvor nach unten hin mit einer Schicht Schaumglasschotter isoliert wurde. Den Kampf gegen den Hausschwamm hat eine spezielle Firma aufgenommen und injiziert in viele viele gebohrte Löcher ein Imprägnierung gegen den Schwamm.

Wir selbst bauen auch: Fast jeder Freitag in diesem Jahr war ein besonderer – Baufreitag! Das Konzept: alle, die Lust und Zeit haben, kommen zum gemeinsamen Racken ins Haus. Ha, Fitness-Studio gespart!


FINANZEN und STRUKTUR

Auch was die Finanzen betrifft haben wir einige Meilensteine erreicht. Das Neuland Programm der Bosch-Stiftung fördert den Aufbau unserer Bildungsarbeit mit insgesamt 50.000 Euro. Und die Bundesregierung unterstützt uns mit 425.000 Euro aus ihrem Denkmalschutzprogramm.

Bereits 2015 hatte uns das Bundesfamilienministerium 200.000 Euro für barrierefreies Wohnen zugesagt – Anfang September hat Manuela Schwesig, Ministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend uns in der STRAZE einen Besuch abgestattet, um sich persönlich einen Eindruck von dem Projekt zu verschaffen.

Seit Juni sind wir offiziell Mitglied im Mietshäusersyndikat – damit die STRAZE auch auf lange Sicht ein öffentlicher Ort bleibt, der dem Gemeinwohl dient – und nicht mehr Teil der Privatwirtschaft werden kann.


WIR und IHR

Zum dritten Mal haben wir uns an der bundesweiten Aktion des Tags des offenen Denkmals beteiligt. In diesem Jahr zum Thema „Gemeinsam Denkmale erhalten“ – natürlich fiel uns dazu eine Menge ein, das war schließlich genau unser Thema!

Bei vier großen Subbotniks – unseren traditionellen Arbeitseinsätzen für alle am Samstag – haben viele Greifswalder Schweiß gelassen. Egal ob Januar, Mai, Oktober oder November: Wände wurden eingehauen, Böden hoch genommen, Schutt weggetragen und durch Schuttrutschen gejagt. Dabei wurden immer mal wieder Papier- und Zeitungsschnipsel aus vergangenen Zeiten gefunden, die wir archiviert haben, damit sie später nochmal richtig zur Geltung kommen können.

Im Mai hatten wir eine Idee, die uns viele neue Freunde und schöne Nachmittage bescherte. Beim AKTIONsmittwoch (jeder 1. Mittwoch im Monat, im Sommer auch noch jeder 3.) stand so einiges auf dem Programm: Hochbeet bauen, Rollrucksäcke zusammen mit der Kabutze nähen, eine Tee-Tipp-Veranstaltung mit Turbina Pomerania, STRAZElade und Gemeinschaftskompott einkochen und weihnachtliche Gemütlichkeit am Lagerfeuer mit Musik und Punsch. Schön! Damit geht’s auf jeden Fall weiter in 2017!


BILDUNG

Auch 2016 haben viele engagierte Leute bei verquer Bildungsarbeit zu Themen globaler Gerechtigkeit gemacht, die Freiwilligendienstinitiative Pomerania hat sich als Träger weiter etabliert. Mittlerweile werden 14 Menschen von Pomerania betreut, die in Einsatzstellen in der Region ihren Freiwilligendienst leisten. Fünf von ihnen sind direkt bei uns aktiv.  Darunter sind auch Geflüchtete, sowie bereits die zweite Person, die in Kooperation mit unserer polnischen Partnerorganisation „Polites“ aus Polen nach Greifswald gekommen ist. Die von uns in Greifwald koordinierten Entwicklungspolitischen Tage 2016 hatten das leider sehr aktuelle Thema „Krieg und Frieden“ und 24 Veranstaltungen in Greifswald haben aufgerüttelt, nachdenklich gemacht und mobilisiert.


 STADT UND LAND

Mitgenommen hat uns die Landtagswahl Anfang September. Gerade in Vorpommern, rund um Greifswal,d hat die AfD Direktmandate gewonnen. Wir wollen uns weiter für eine offene, demokratische Gesellschaft einsetzen. Und mehr Menschen für unsere Art mit Unzufriedenheit und Ängsten umzugehen gewinnen: Zivilgesellschaftliches Engagement! Nicht zuletzt dafür soll die STRAZE der Ort sein.

Für uns besonders schön: Im November hat sich die Bürgerschaft mit nur fünf Gegenstimmen dafür ausgesprochen, die STRAZE ein zweites Mal ins Rennen für einen Antrag für das Programm des Nationale Projekte des Städtebaus zu schicken – wir sind dankbar für das Vertrauen und die Unterstützung!

„Chat der Welten“: Teilnehmende gesucht für 2017!

Vom 29.11.2016.

Miteinander lernen, Perspektivwechsel erfahren und durch gemeinsames Engagement bewegen.

Besser verstehen lernen, wie die Welt zusammenhängt?
Lust auf internationalen Austausch und gemeinsames Engagement?

Das ASA-Programm fördert junge Menschen, die globale Zusammenhänge erkennen und verändern
möchten.

In Greifswald gibt es ein ASA-Projekt mit der Partnerstadt Pommerode in Brasilien. Jeweils zwei Teilnehmende aus Brasilien und Deutschland gestalten zusammen über einen Zeitraum von sechs Monaten Unterricht an Schulen in Deutschland, Brasilien und Polen zu verschiedenen globalen
Themen. Schwerpunkt des ASA-Projekt in 2017 sind Migration und Flucht im Spiegel der Zeit.

Interesse?

Die Projektbeschreibung
https://asa.engagement-global.de/projektfinder-projektdetails.html?id=0721&tp=&dr=&pr=&ct=&lg=215

Alles wissenswerte über das ASA-Programm https://asa.engagement-global.de

„Die sollen einfach zum Kämpfen in die Wüste gehen“

Vom 27.11.2016.

Greifswald. Kinder sagen ja bekanntlich, was sie denken. „Bist du auch ein Flüchtling?“ fragen sie Asmaa Aboukhaled, 16 Jahre alt, die ihnen zusammen mit Laura Armborst von der Bildungsinitiative verquer in der Greifswalder Stadtbibliothek das Buch „Bestimmt wird alles gut“ vorgelesen hatte. „Bist du in Syrien auch in die Schule gegangen?“, „Hast du auch Bomben gesehen?“, „Warum trägst du ein Kopftuch?“bestimmt-wird-alles-gutDie Geschichte von Kirsten Boie erzählt die Geschichte einer Familie, die vor dem syrischen Krieg nach Deutschland flieht – aus Sicht eines 10 Jahre alten Mädchens. Dass die Geschichte von Krieg und Bomben, tagelanger Bootsfahrt auf dem Mittelmeer, vom Ankommen ohne Ausweis und Papiere, von Aufnahmelager und Erstunterkunft nicht erfunden, sondern real ist, verstanden die Kinder schnell – dafür war Asmaa Aboukhaleds Anwesenheit der Beweis.

Die 7-12 Jahre alten Schüler*innen der Kollwitz-, der Greif- und Pestalozzischule, der Martin- und Montessorischule kamen zu den insgesamt vier Lesungen, stellten Fragen und überlegten gemeinsam, was sie in einen Rucksack packen müssten, wenn sie überstürzt das Land verlassen müssten. Viele würden ihre Kuschel- und Haustiere einpacken und hörten aufmerksam zu, als Asmaa Aboukhale von ihrer Katze erzählte, die sie in der Obhut ihrer Familie in Damaskus lassen musste.

„Ich fand es toll zu sehen, wie konzentriert die Kinder zugehört haben, wie sie an den spannenden Stellen mitgefiebert haben“, sagt Laura Armborst. Der Text wurde von animierten Bildern illustriert, die an die Wand geworfen wurden.

„Ich denke, dass die Kinder nun vielleicht ein bisschen verstehen können, dass es ihnen sehr gut geht. Dass sie hier im Frieden leben“, sagt Asmaa Aboukhaled. „Ich habe mich sehr gefreut, dass sie so offen sind und ihre Fragen einfach stellen. Die haben keine Angst, dass sie etwas falsches sagen könnten. Das ist bei Erwachsenen oft anders.“

Unter den Fragen waren auch solche, auf die es keine ausreichenden Antworten gibt: „Warum gibt es Krieg in Syrien?“ Asmaa Aboukhaled konnte zwar erklären, wie es zu dem Krieg kommen konnte, wer da gegen wen kämpft. „Aber es ist schon schwierig zu erklären, was man selbst nicht versteht“, sagte Laura Armborst: „Wieso dort so viele Menschen sterben müssen.“ Einen Lösungsvorschlag hatte ein Junge am Ende selbst geliefert: „Die sollen einfach in die Wüste gehen und da kämpfen!“ ruft er.

Die Lesungen fanden im Rahmen der Entwicklungspolitischen Tage 2016 statt und waren eine Kooperation der Stadtbibliothek mit der Bildungsinitiative Verquer.

Krieg_Frieden ist das Motto der 16. Entwicklungspolitischen Tage, einem Gemeinschaftswerk von 52 Initiativen in ganz Mecklenburg- Vorpommern. Vom 1. bis 22. November geht es in diesem Jahr um die Kriege in der Welt. Und um die Suche nach Frieden. 84 Veranstaltungen an 17 Orten eröffnen Zugänge zu komplexen, globalen Fragen. Was können wir ausrichten? Hier? Und weltweit? Die Entwicklungspolitischen Tage wollen helfen, Wege aus der Ohnmacht zu finden und Mut machen, sich einzumischen. Sie sind eine der größten Veranstaltungsreihen in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern koordiniert die Veranstaltungsreihe. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Kirchliche Entwicklungsdienst der Nordkirche, das Land Mecklenburg-Vorpommern, die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung und die Stiftung Nord-Süd-Brücken finanzieren die Entwicklungspolitischen Tage 2016.

Mehr unter: www.eine-welt-mv.de/ep-tage-2016/

Bild: Laura Armborst und Asmaa Aboukhaled (c) verquer

 

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Unterstützung aus der Bürgerschaft

Vom 11.11.2016.

Gestern gab es zwei gute Nachrichten an einem Tag:
Aus dem Denkmalschutzprogramm der Bundesregierung fließen 425.000 Euro an die STRAZE. Großer Grund zum Feiern.

UND:

Die Bürgerschaft der Stadt hat sich bei 36 Anwesenden  mit nur fünf Gegenstimmen dafür ausgesprochen einen Antrag der STRAZE beim Bundesprogramm Nationale Projekte des Städtebaus zu unterstützen.

Thomas Schmidt, Sprecher unseres Projektes, dazu: „Dass die Stadt unser Projekt erneut beim Förderwettbewerb NPS ins Rennen schickt, ist eine wertvolle Anerkennung der vielfältigen zivilgesellschaftlichen Arbeit, die mit der STRAZE verbunden ist.“

Wir freuen uns sehr – Vielen Dank für das Vertrauen und die Unterstützung!

425.000 Euro für die STRAZE

Vom 11.11.2016.

425.000 Euro stellt das Denkmalschutzprogramm der Bundesregierung der STRAZE zur Verfügung. Für uns ist das eine Riesenhilfe!

https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Bund-gibt-Millionen-fuer-Denkmaeler,foerderung116.html

Wir freuen uns riesig!!!

„Frieden als zerbrechlich und kostbar wahrnehmen“

Vom 03.11.2016.

Interview mit Hanna zu den Entwicklungspolitischen Tagen

Warum überhaupt Krieg_Frieden?

Das Thema ist bei einer landesweiten Abstimmung des Eine-Welt-Landesnetzwerks ausgewählt worden. Wir in Greifswald haben dann überlegt, welche Veranstaltungen wir dazu anbieten können. So wichtig wir es finden, über Krieg und die Ursachen zu informieren, war uns klar, dass wir uns auf die Suche nach Friedenswegen fokussieren wollen.

Wo findet sich das in den Veranstaltungen wider?

Mein persönliches Highlight ist, dass wir das Ashtar Theater eingeladen haben. Ein Palästinenisches Theater das einerseits professionell als Theater arbeitet, aber auch pädagogische Angebote an Jugendliche macht. Und was die in Palästina machen, ist Friedensarbeit mit den Mitteln des Theaters. Ich bin sehr gespannt auf die Produktion, die hier mit Greifswaldern und Geflüchteten entstehen wird.

Ist das Thema nicht unheimlich bedrückend?

Ja, aber es ist auch sehr aktuell und beschäftigt alle. Um dem Thema die Schwere zu nehmen  haben wir versucht, Formate zu finden, die unterhaltsam sind und trotzdem tiefgründig. Das war gar nicht so leicht, die Nachrichtenlage hat uns ganz schön auf die Stimmung geschlagen. Aber es ist eine Party dabei, wir haben einen Chorabend, bei dem Lieder aus Kriegszeiten gesungen und passende Texte gelesen werden, es werden Filme gezeigt.

Und dann gehen alle nach Hause und sind erschüttert.

Unser Ziel ist, dass Leute nach Hause gehen und mehr wissen. Und, wenn es gut läuft auch noch eine Idee haben, dass es Sinn machen kann, selbst etwas zu bewegen, egal wie klein der Beitrag scheinen mag.

Aber was kann man von hier aus schon gegen einen Krieg ganz woanders auf der Welt machen?

Es ist ja nicht so, dass die von uns komplett losgelöst sind. Wenn wir über die Flüchtlingskrise reden oder über viele andere Missstände und Probleme in der Welt, vergessen wir oft, dass das alles auch mit uns zu tun hat. Darum laden wir so jemanden wie den Rüstungsgegner Jürgen Grässlin ein, der sagt: „Deutschland ist drittgrößter Exporteur von Kleinwaffen und liefert die auch in Kriegs- und  Krisenregionen.“ Oder wir lassen Menschen aus Greifswald zu Wort kommen, die aus eigenem Erleben berichten können. Zum Beispiel syrische Flüchtlinge. Oder eine Entwicklungshelferin, die im Kongo gearbeitet hat. Engagement hier macht schon Sinn. Wir haben auch eine Gruppe eingeladen, Cadus aus Berlin, die in Syrien eine Mobile Klinik aufbaut. Das ist natürlich nichts für jeden. Aber auch wenn die Veranstaltungen dazu beitragen, dass wir unseren Frieden hier nicht selbstverständlich, sondern eher als zerbrechlich und kostbar wahrnehmen, ist schon was geholfen. Oder wenn wir anders mit den Menschen umgehen, die aus dem Krieg zu uns kommen.

Krieg im Kongo

Vom 03.11.2016.

Kongo – Seit Joseph Conrads „Herz der Finsternis“ nix gutes, was einem da in den Sinn kommt. Auch dank den Nachrichten der letzten Jahre sind es diffuse Bilder vom Krieg, von Vergewaltigungen, von bewaffnete Rebellen, die Coltan abbauen, das in unseren Handys landet. Kirsten Meuer und Désirée Ruppen haben beide einige Jahre in Entwicklungshilfeprojekten in der Demokratischen Republik Kongo gearbeitet und gelebt. Und brachten am Mittwochabend im vollen Koeppenhaus ein bisschen Licht in das diffuse Dunkel.

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(c) Andruś Krečka

Zwar wird im Kongo kein Krieg im herkömmlichen Sinn mehr geführt. Aber deswegen gibt es noch lange keinen Frieden. Zwischen 1996 und 2009 gab es drei Kriege mit mittlerweile etwa fünf Millionen Toten im Kongo. Kriegerische Handlungsweisen, Instrumente und Situationen haben sich eingeschlichen und in der Gesellschaft verankert. Morde, bewaffnete Überfälle und Vergewaltigungen sind Alltag. Die bewaffneten Rebellengruppen kämpfen nicht mehr aus politischen Gründen, der Kampf ist eher ein ökonomisches Modell, um den Lebensunterhalt zu bestreiten.

Die beiden Referentinnen haben gezeigt, wie sehr das mit der Nutzung von natürlichen Ressourcen und mineralischen Rohstoffen verbunden ist. Aus ehemaligen Soldaten werden Wilderer. Und Goldschürfer mit dem Gewehr. Aufgrund des Drucks der Öffentlichkeit, auch wegen staatlicher und zivilgesellschaftlicher Initiativen, auch aus Europa und den USA, ist es gelungen immerhin den Coltanabbau um einiges zu entkriminalisieren. Das scheint wie ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass Veränderung möglich ist. Trotzdem bleibt nach dem Vortrag vor allem eine Idee davon wie sehr Krieg eine Gesellschaft prägt, wie lange Gewalt nachwirkt und wie schwer es ist, zu einer friedlichen Form von Normalität zu kommen.

 

Theater Theater Theater

Vom 02.11.2016.

Sieben Schauspieler*innen aus Palästina kommen zu uns!

Ab Montag entwicklen Leute vom Ashtar Theater ein Stück, das auf den Geschichten von Greifswaldern und Geflüchteten beruht. Autobiographisch also, irgendwie. Der Workshop geht immer von 10 bis 18 Uhr, aber meldet euch auch, wenn ihr nur kürzer könnt.

Für alle Theaterbegeisterten: Ist wirklich eine ganz tolle, einzigartige Möglichkeit von den Profis aus Palästina zu lernen!

Für alle- Noch-Nicht-Theaterbegeisterten: Traut euch, probiert was Neues aus, lernt Leute kennen!

Infos und Anmeldung: evs@straze.de

 

ashtar-theater