„Jätten Skulbjörn“ im Saal

PREMIERE IM STRAZE-SAAL: Bühne seit 60 Jahren wieder öffentlich bespielt
Chortippus präsentiert erfolgreich die Uraufführung des nordischen A-Capella-Märchens „Jätten Skulbjörn“

 

Staub hängt in der Luft, Dachplanen flattern und der Wind zieht durch die Löcher in den alten Mauern. Im Saal steigt die Spannung.
Es gibt keinen Vorhang, der sich heben könnte, aber als die Scheinwerfer die Bühne in sanftes Licht tauchen und der Chor in langer Reihe auf die Bühne kommt, erwacht der alte Emporensaal, die älteste erhaltene Spielstätte des Greifswalder Konzert – und Theaterwesens, zu neuem Leben.
„Vor genau 60 Jahren wurde die Bühne zugemauert“ so Hanna Sewing, Leiterin des Chores. Der Greifswalder gemischte Chor Chortippus wagte sich erstmalig an das Experiment, ein Chor-Konzert durchweg zu inszenieren und alle Musikstücke zu verbinden. Entstanden ist ein Theaterstück, in dem die Musik die wichtigste Rolle spielt: das nordische Märchen erzählt die Geschichte des Riesenjungen Skulbjörn, der 10.000 Jahre unter einem Berg verschläft, bis er durch eine Sprengung geweckt wird und auf die Menschen trifft.
Eine zukunftsweisende Geschichte, die gut zur Situation des Saals passt, meint eine Zuschauerin im Anschluss. Hanna Sewing ist begeistert von der Baustellen-Atmosphäre, die so gut zum Stück passt, und der guten Akustik im Saal: „Es macht riesigen Spaß, auf der Bühne zu spielen und zu singen!“ Im Anschluss sammeln die Chormitglieder großzügige Spenden im begeisterten Publikum für den Saal ein, denn allen ist sehr ersichtlich: Hier gibt es noch viel zu tun, aber es lohnt sich.

 

Das Stück „Jätten Skulbjörn“ wird noch ein zweites Mal aufgeführt, am 16.07.2017 um 17 Uhr im Kulturhaus in Steinfurth.

Das Projekt wurde gefördert von der Ehrenamtsstiftung MV.