Dritte Woche -Theaterwoche

 

 

 

 

Andorra-Titelbild

 

In der dritte Woche des Stadtimpuls-Festivals war die Bühne im Zelt überwiegend eine Theaterbühne. Neben den Vorstellungen des Amateurtheaterfestivals „Stell dir vor..“ gab es auch Andorra, zu sehen, das diesjährige Sommerstück des Studententheaters. Selina Rummel, 19 Jahre alt, ist FSJlerin  bei Stuthe, hat das Stück von Max Frisch ausgesucht, als Produktionsassistentin begleitet und mitgespielt.

Selina, warum hast du Andorra ausgewählt?

Mir war es wichtig bei der Auswahl zu gucken, dass das Stück für Amateurtheaterbühnen funktioniert. Und ich finde gut, dass es ein politisches Stück gibt, eines, das auch in die Zivilgesellschaft hinein wirkt und was zu sagen hat.

Was ist denn die politische Aussage?

Es geht um Antisemitismus, ist eigentlich auf die Nachkriegsgesellschaft gemünzt, lässt sich aber auch in unsere Zeit transformieren.Wir wollten eine Inszenierung mit Bezug zu aktuellen Diskursthemen erarbeiten. Die Stigmatisierung von Gruppen und deren soziale Unerwünschtheit sind Beispiele eines in Europa existierenden und sich entwickelnden Rassismus. Das fiktive Geschehen in Andorra hat also viel mit uns zu tun.

Und was folgt daraus?

Wichtig ist für war es, dem Zuschauer die Option, sich selbst eine Meinung zu bilden, zu ermöglichen. Denn genau darum geht es – die Freiheit der eigenen Meinung als Ursache zu erkennen für Konsequenzen, die aus diesem Umstand erwachsen. Bilden wir uns eine Meinung und handeln nach ihr, so hat dies Konsequenzen. Unterlassen wir Entscheidungen und handeln nicht, zieht dies nicht weniger nach sich.

Wie war die Premiere?

Ich bin sehr zufrieden mit dem Stück, finde, wir haben eine moderne, gute Art gefunden damit umzugehen. 170 Leute ungefähr waren bei der Premiere, das war natürlich auch schön. Insgesamt haben bisher 350 Leute das Stück gesehen.

Hat das Zelt gut zu dem Stück gepasst oder sogar irgendwie beeinflusst?

Ja, finde ich schon. Das Zelt hat uns gut aufgenommen, der Einlass und die Barschicht, das waren super nette Leute. Und ja, die Atmosphäre im Zelt hat dafür gesorgt, dass genug Platz war zum Atmen. Andorra ist schon ein schwerer Stoff, der leicht erdrückend wirken kann.  Das Zelt hat etwas von dieser erdrückenden Schwere genommen und dem Publikum Raum gelassen das Gesehene zu „verdauen“.