Die Wahl und was ihr Ergebnis für uns bedeutet

Die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern sind schon einen Monat her – wir sind immer noch gedanklich damit beschäftigt, während ihre Auswirkungen schon Teil unseres Alltags werden. Dieser Blogeintrag ist daher dieses Mal keine Veranstaltungsankündigung oder -auswertung, sondern eine Auseinandersetzung mit dem Wahlergebnis.
Die AfD hat in ganz Mecklenburg-Vorpommern 21 Prozent der Stimmen bekommen, in Vorpommern teilweise über 30 Prozent. Hier bei uns haben AfD-Kandidaten in drei Wahlkreisen sogar das Direktmandat geholt. Wir finden das beängstigend:
Einerseits sind wir auf lokaler Ebene auf die Zusammenarbeit mit Entscheidungsträgern angewiesen. Wären diese Wahlen Kommunalwahlen gewesen, dann hätten wir einen Kreistag mit der AfD als stärkster Partei.
Vor allem aber sehen wir die gesellschaftliche Entwicklung, in der das Wahlergebnis ihren Ausdruck findet, mit großer Sorge. In diesem Klima von wachsendem Rassismus und Angst, in dem Law and Order, Härte, der Wunsch nach der starken Hand des Staates das Vertrauen in Dialog und Diskussion ablösen, wollen wir nicht leben. Wir befürchten eine weitere Verrohung der Sprache, der Etablierung von Unmenschlichkeit als tolerierbares Verhalten.
Wenn 21 Prozent AfD und NPD wählen ist das Ausdruck von Angst und Sorge, eine Form des Protestes, ein Signal der Unzufriedenheit, Misstrauen gegenüber gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und politischen Eliten. Aber es ist auch ein Ausdruck von Hass und Rassismus.
Während es wichtig ist, dem Rassismus etwas entgegenzusetzen, sehen wir das Wahlergebnis auch als Anlass, die anderen Gründe wichtig und ernst zu nehmen. Anzuschauen. Ohne jetzt schon zu wissen, was das für uns bedeutet.
Vielleicht der wichtigste Grund dieses Haus aufzubauen ist für uns von Anfang an gewesen, dass wir einen Ort schaffen wollen, in dem ein Klima des Zusammenlebens und von Solidarität entsteht, in dem Zivilgesellschaft einen Platz findet, von dem
aus sich Menschen aktiv in die Gesellschaft einbringen, sie mit gestalten können.
Wir wollen mit unserer Arbeit Offenheit und Aufgeschlossenheit signalisieren, wollen Kontakt und neue Erfahrungen ermöglichen, Leute erreichen, zeigen dass „sich einbringen“ geht und Spaß macht. Aber wir werden auch weiter klar benennen, was im Namen von Menschlichkeit nicht geht, was wir nicht akzeptieren können. Denn die STRAZE soll ein geschützter Ort für alle sein.
Der Spaltung und dem Hass etwas entgegenzusetzen, wirksame Wege zu finden ist eine schwierige Aufgabe. Auch für uns. Wir nehmen das Wahlergebnis noch mal mehr als Anstoß uns mit auf die Suche machen nach neuen, besseren Wegen mit der weiterverbreiteten Unzufriedenheit, aber auch dem latenten Rassismus umzugehen.
Für die Gesellschaft in der wir leben wollen ist Gerechtigkeit, Solidarität, Dialog und Mitbestimmung unverzichtbar. Dafür wollen wir uns weiter einsetzen.